Passport - Die etwas andere Zwischenbilanz

Bei jedem Förderprogramm - und da macht das Programm Soziale Stadt keine Ausnahme - verlangt der Fördermittelgeber Rechenschaft. Schließlich geht es um Steuergelder. Die Nassauische Heimstätte hat für ihr öffentliche Zwischenbilanz in Form und Inhalt eine ungewöhnliche Präsentation gewählt, die der Besonderheit des Gebietes auf provokative wie charmante Weise Rechnung trägt. Die etwas andere Zwischenbilanz kommt als Pass daher und in ihr kommen neben den handelnden Akteure vor allem die Bewohner und Bewohnerinnen zu Wort.

Doch lesen Sie selbst. Den Passport gibt es hier zum Anschauen und Herunterladen. [Download Passport]

Öztas Sevgi

Frau Öztas Sevgi wohnt seit September 2005 nicht mehr im Spessartviertel. Sie hat 25 Jahre hier gelebt. Sie ist nur deshalb ausgezogen, weil ihre Wohnung zu klein war und sie vor allen Dingen in der Wohnanlage keine Zukunft für ihre drei Kinder sah. Dabei betont sie, dass bestimmte Negativbilder des Spessartviertelsviertel manifest sind, egal was sich in der Realität, im Leben dort, verändert.

"Man hat immer noch Vorurteile, Vorurteile vom Hörensagen, Vorurteile von dem, was sie in der Zeitung lesen und glauben dann daran. Ich habe hier gerne gewohnt, 24 Jahre lang seit 1981. Ich bin hier groß geworden."

Frau Sevgi äußert sich sehr positiv über die Nachbarschaft im Spessartviertel, die sie fast 1/4 Jahrhundert dort intensiv gelebt hat.

Cengiz Hendek

Herr Hendek ist seit 2001 Ausländerbeiratsmitglied in Dietzenbach und von 2002 bis 2007 war er der Vorsitzende des Ausländerbeirates.

"Ich wohne seit 1981 in Dietzenbach und habe sehr viele Freunde und Bekannte im Spessartviertel, (..). Früher war das Spessartviertel unter dem Namen 'Starkenburgring' bekannt, und zwar bundesweit bekannt. Es hatte ein sehr negatives Image und fast jeder kannte die Bilder, die man damit identifiziert hat, denn sie waren eigentlich alle sehr negativ: brennende Autos, Randale, etc. Teilweise überzogen, teilweise auf gewissen Ärgernissen beruhend. Aber man kann schon sagen, dass es sich auch hochgeschaukelt hat in der Gerüchteküche und überhaupt nicht der Realität dort entsprach. In den letzten Jahren, seit der Sanierung, hat es sich wesentlich geändert. Es gibt dort mittlerweile Möglichkeiten sich hinzusetzen, es gibt Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche und alles hat einen ganz anderen Anblick. Wenn man in den Eingangsbereich kommt, dann mag man überhaupt nicht glauben, wie es hier früher einmal ausgesehen hat. Aber das ist halt so, wenn man einmal einen schlechten Ruf hat, den wird man so leicht nicht mehr los."


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