Beginn der Sanierung

Die Nassauische Heimstätte ist seit November 1997 von der Stadt Dietzenbach mit der Sanierung des östlichen Spessartviertels in Dietzenbach beauftragt. Die Situation in den fünf Hochhäusern der Wohnanlage war noch gekennzeichnet durch eine überwiegend äußerliche Verwahrlosung, die für die Bewohnerinnen und Bewohner vor allem im Wohnumfeld erkennbar war. Nach Aussagen dieser sei gegen die Wohnungen nichts einzuwenden. Zuschnitt und Ausstattung seien zufrieden stellend. Die Probleme beginnen beim Verlassen der Wohnungen. Angefangen von den Fluren über die Treppenhäuser, Aufzüge, Kellerräume, Eingangsbereiche bis hin zum desolaten Zustand der Außenanlagen. Ein Wohnen außerhalb der eigenen Wohnung findet nicht statt. Nachbarschaftliche Begegnungen und Verantwortlichkeiten werden dadurch nachhaltig eingeschränkt.

Die Sanierung begann im Rahmen des Hessischen Landesbauprogramms "Einfache Stadterneuerung". Die Aufnahme in das Bund-Länder Förderprogramm "Soziale Stadt" erfolgte 1999 auf Basis eines durch die Nassauische Heimstätte erarbeiteten Verfahrensvorschlages. Das östliche Spessartviertel wurde damit bundesweit als eines der ersten Gebiete in das Programm aufgenommen. Die Nassauische Heimstätte ist seitdem mit dem Quartiersmanagement beauftragt. Ein wichtiger, weil unverzichtbarer Meilenstein war der einstimmige Beschluss der Erbbauberechtigtenversammlung über die Sanierungsziele.

Seitdem ist viel passiert, wie die Gegenüberstellung der Bilder "Früher - Heute" verdeutlicht.

Das vieles auch noch nicht umgesetzt werden konnte, soll hier nicht verschwiegen werden. Angesichts der komplizierten Eigentümerstrukturen und der damit verbunden Vielzahl an Interessen kann das aber auch nicht wirklich überraschen.

Sichtbare Erfolge in der Wohnumfeldverbesserung

Am augenfälligsten sind die Erfolge im Wohnumfeld. Die Außenanlagen der Hochhäuser und der angrenzenden Kita wurden mit Spielzonen neu gestaltet und ein neuer Bolzplatz ist entstanden. Die Beleuchtung in den Außenanlagen und auf den Parkplatzdecks wurde verbessert. Neue Müllplätze wurden eingerichtet und gestaltet.

Die Akzeptanz dieser Maßnahmen ist groß, wie die rege Nutzung belegt.

Modernisierung und Instandsetzung in und an den Gebäuden

Die Sanierung in den Hochhäusern umfasst bis heute die Neugestaltung der Eingangsbereiche, vandalismussichere Klingel- und Briefkastenanlagen, die Modernisierung der Aufzüge (anteilig), die farbliche Neugestaltung der Flure sowie deren Ausleuchtung unter Einbeziehung eines die subjektive Sicherheit (Helligkeit) und die Orientierung fördernden Farbkonzeptes (bisher nur 1.-3. OG fertig gestellt) und der Treppenhäuser, die Einrichtung von Consiergeräumen und die Videoüberwachung.

Weitere wichtige Maßnahmen sind entweder im Gange oder stehen auf der Prioritätenliste ganz oben. Exemplarisch seien hier genannt:

  • die Sicherung der Haupt- und Notausgänge,
  • die Verbesserung des Brandschutzes in den Treppenhäusern und Fluren (in der Umsetzung),
  • die Neuordnung und Sicherung der Kellerräume (beantragt)
  • die farbliche Neugestaltung der Fassaden / Balkonbrüstungen

Das Tempo der Sanierung ist hier allerdings elementar von der Einigkeit und finanziellen Potenz der Eigentümergemeinschaft abhängig, die etwa 70 Prozent der Kosten durch Eigenmittel bereit zu stellen haben (Komplementärmittel) und ohne deren Bereitstellung der Sanierungsprozess zwangsläufig ins Stocken gerät. Die notwendige Beseitigung von Brandschutzmängeln und mehrere Gerichtsverfahren um die Hausverwaltung(en) bremsen den Fortgang der baulichen Sanierung jedoch spürbar.