Dietzenbach und NH│ProjektStadt mit Integrationspreis geehrt

Die Integrationspreise 2009 des DFB und von Mercedes-Benz wurden am 16.2.2010 in Duisburg im Rahmen einer feierliche Preisverleihung durch den Schirmherrn Oliver Bierhoff übergeben. Dabei hat der Integrationsprozess „Wir bewegen uns“ mit dem Schwerpunkt Mädchenfußball die achtköpfige Jury, unter ihnen auch  DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Frau Professor Dr. Maria Böhmer, besonders überzeugt.

Die beiden Projektleiter Hans-Jürgen Daum von der Stadt Dietzenbach und Jan Thielmann vom Quartiersmanagement der NH|ProjektStadt sowie die Vereinsvertreterin Gabrielle Perri vom FC Dietzenbach freuten sich riesig über den zweiten  Platz und damit  einen Scheck im Wert von 10.000,-€ als Anerkennung für ihre integrative Arbeit.

„Diese Wertschätzung bringt uns einen großen Schritt weiter. Wir sehen diesen Preis aber nicht nur als Anerkennung für erfolgreiche Arbeit, sondern vor allem als Ansporn, nicht nachzulassen. Es gilt die eingeschlagene Richtung konsequent weiter zu verfolgen. Es geht uns beim Thema Integration vor allem um Teilhabe und Lebenschancen“, kommentierte der ebenfalls mitgereiste Erste Stadtrat Dietmar Kolmer freudestrahlend.

Integrationsprozess „Wir bewegen uns“ in Dietzenbach

Der Integrationsprozess „Wir bewegen uns“ startete im April 2008 in der hessischen Kreisstadt mit den Themenschwerpunkten „Sport, Bewegung und Gesundheit“ mit über 120 Teilnehmern. Das Konzept dazu war von der NH|ProjektStadt und der Kreisstadt Dietzenbach gemeinsam mit Vertretern aus dem Soziale Stadt Standort „Spessartviertel“, Sportvereinen, Kitas und Schulen entwickelt worden und wird über das Bund- Länder-Programm „Soziale Stadt“ gefördert..

Aufbruch auf mehreren Ebenen - „Wir bewegen uns“

Seitdem ist viel in Gang gesetzt worden. „Ein wichtiger Faktor war, dass in Dietzenbach an mehreren Stellen und auf verschiedenen Ebenen zeitgleich an neuen Wegen für ein Miteinander und eine echte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten gearbeitet wurde; eine Kombination, die sich bisher sehr positiv gegenseitig befruchtet hat“, freut sich Jan Thielmann, von der NH|ProjektStadt. Projekte werden in sogenannten Kompetenzteams gemeinsam erarbeitet, d.h. die Blickwinkel von Verein, Migranten, Schulen etc. sollen zusammengebracht werden.

Hans-Jürgen Daum, Abteilungsleiter für Soziale Arbeit und von Seiten der Stadt für die Prozesssteuerung verantwortlich ergänzt: „Genau darum geht es uns, es soll sich was bewegen. Nicht nur sportlich, auch in den Köpfen. Wir wollen uns aufeinander zu bewegen, Distanzen abbauen und dazu ist Sport, insbesondere der Fußball ein klasse Medium.“

Dass diese Philosophie auch gelebt wird, dafür stehen nicht nur mittlerweile über 35 gestarteten Einzelprojekte, mit denen vor allem sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern aus dem Stadtteil für Bewegung, gesunde Lebensweise und Vereinssport begeistert werden. Dafür steht auch exemplarisch der FC Dietzenbach 1974 e.V.

Mit dem FC Dietzenbach einen „Boom“ im Mädchenfußball ausgelöst

Einen regelrechten „Boom“ konnte das Projekt im Bereich des Mädchenfußballs durch eine umfassende Förderung erreichen. Zentraler Akteur ist hier der FC Dietzenbach, der von Anfang an ein Aktivposten war und mit den Jugendkoordinatoren Gabriele Perri, Simone Pullen und Christian Löffler (letzterer gleichzeitig auch im Quartiersmanagent-Team der NH|ProjektStadt) aktiv in den Kompetenz-Teams und bald darauf auch in der Projektsteuerungsgruppe vertreten ist. In Kooperation mit den Grundschulen und weiterführenden Schulen wurden mehrere Mädchen-Fußball AGs gegründet, in denen mittlerweile 120-150 neu begeisterte Mädchen Fußball spielen. Fast alle der teilnehmenden Mädchen haben einen Migrationshintergrund.

Parallel dazu wurden in Kooperation mit der Uni Osnabrück im Rahmen des DFB Modellprojektes „Soziale Integration von Mädchen durch Fußball“ im mittlerweile zweiten Durchlauf 23 „Schulsportassistentinnen“ für Mädchenfußball ausgebildet, die dann in den Schul-AGs, bei Turnieren und im Verein bei der Trainingsarbeit mithelfen.

Die hohe Motivation und das Engagement der jungen Fußballerinnen haben sich bereits herumgesprochen. So wurden in Dietzenbach bereits die Fußballweltmeisterinnen Steffi Jones, Nia Künzer und Sandra Minnert mit großer Begeisterung bejubelt, und die Assistentinnen erst kürzlich ebenfalls mit einem Ehrenamtspreis geehrt.

„Integrationslotsen für Sport und Gesundheit in Dietzenbach“

Zur Verstetigung der gesamten angestoßenen Arbeit wurden gerade erst 14 Integrationslotsinnen und zwei Integrationslotsen ausgebildet. Die Lotsinnen und Lotsen sollen zukünftig als Multiplikatoren insbesondere in den Sportvereinen und in die Elternschaft hinein vermittelnd und aufklärend tätig werden.

Derzeit suchen die Jugendkoordinatorinnen des FC Dietzenbach und die Stadt noch nach Möglichkeiten, einen Fördertopf für Vereinsmitgliedschaften sozial benachteiligter Familien aufzulegen und einen Fahrdienst für die jüngeren und von Hause aus nicht so mobilen Mädchen zum Training im etwas außerhalb gelegenen Trainingsgelände zu initiierten. Da kommt das Preisgeld natürlich sehr gelegen.

Es bewegt sich so einiges in Dietzenbach, mit und ohne Ball.


  • (1) Preisübergabe mit Schirmherrn Oliver Bierhoff und (2) Gruppenfoto mit Steffi Jones