Gülseren Yanmaz
Frau Gülseren Yanmaz lebt seit 1980 im Spessartviertel und ist Eigentümerin einer Wohnung. Seit 20 Jahren trifft sie jede Woche die Frauengruppe und ist seit neuestem Donnerstags auch im Deutschsprachkurs. Sie ist mit der Wohnsituation im Spessartviertel zufrieden. Sie fühlt sich hier zuhause, das ist ihre Heimat, doch bedauert sie die Situation der Jugendlichen, die zu wenig oder gar keine Beschäftigungsmöglichkeiten haben.
Auf unsere Fragen sagt sie:
Frage: "Fühlen Sie sich hier zuhause? Was bedeutet denn Heimat für Sie?"
Frau Yanmaz: "Ja, das bedeutet mir sehr viel meine Heimat. Das ist etwas anderes. Aber hier bin ich auch in meiner Heimat."
Frage: "Wie ist hier insgesamt das Leben als Frau?"
Antwort: "Ich fühle mich sehr wohl (…..), ich habe keine Angst."
Frage: "Gibt es noch etwas, was Sie sich wünschen, was noch getan werden soll?"
Antwort: "Nein, aber für die Jugendlichen. Da fehlt noch sehr vieles. Sie können auch keine Ausbildungsstellen kriegen, gar nichts."
Franzceska Usmanova
Frau Usmanova ist Russin. Sie möchte ihre Wohnung im Spessartviertel verlassen, weil sie sich dort nicht wohl fühlt. Sie möchte in eine Wohnung ziehen, wo sie nur deutsche Nachbarn hat. Frau Usmanova beteuert, dass sie keine Familie habe, keine Bekannten, keine Freunde, sondern nur isoliert mit ihrem Mann und ihrem Kind in der Wohnanlage lebe.
"Man kommt in die türkischen Kreise nicht hinein. Es entwickelt sich
keine Freundschaft, und das Leben ist schwer in Deutschland."
Gürbüz Emis
Frau Gürbüz Emis wohnt in der Stadt Dietzenbach, aber nicht im Spessartviertel. Sie ist Türkin, aber ihr Herz schlägt deutsch, wie sie uns mitteilt.
"Ich liebe Dietzenbach, hat halt einen schlechten Ruf. Ja, es hat sich sehr verändert hier in der Anlage, die Menschen ..."
Frage: "Wieso haben die Menschen sich verändert?"
Frau Emis: "Natürlich haben sie sich verändert. Früher zum Beispiel gab es nicht viele Alternativen. Die Frauen waren immer zuhause, konnten ja gar nichts sehen und konnten gar nichts erfahren. Deutschkurse und Kurse im Allgemeinen gab es nicht. Aber in den letzten Zeiten gibt?s mehr Möglichkeiten. Sie haben mehr Kontakt jetzt miteinander. Früher waren die Frauen mehr und nur zuhause, um die Kinder zu erziehen."
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